Wahl oh Wahl …

Die Medien stehen gesammelt Spalier, vor dem Reichstagsgebäude und online. Im Spiegelticker reportieren acht Männer um die Wette, von „Merkel sieht müde aus“ über „Blumen und Bläser müssen draußen bleiben“ bis hin zu „Was für eine Wahlfrau“, als die Reihe an Martina Gedeck  ist.

Weniger Blabla wäre mehr  – auch bei den Facebooklern, die SpOn zugeschaltet hat.

Die taz tickt auch live und zitiert die Twitter, die auf den Ticker reagieren.

Twittern soll der Hit sein? Hört sich an wie Stammtischgelaber zu später Stunde … Aber wenn man sich lange und häufig genug selbst zitiert, glaubt man wahrscheinlich dran. Und so werden aus Mückenfürzen medial platt getretene Elefantenhaufen … In der Wissenschaft nennt man das Zirkelschluss und tut gut daran, darauf zu verzichten, wenn man ernst genommen werden will.

Der Welt-Ticker ist gänzlich frei von journalistischen Äußerungen, die üblichen Kommentierer geben ihren schalen Senf zum Besten.

Auch die Süddeutsche ist live dabei. Wer und wie viele den Liveticker bestücken, wird auf die Schnelle nicht klar.  Die Texte sind länger, aber nicht inhaltlicher als bei der Konkurrenz.

Ich gebe zu, es ist nicht leicht, sich irgendwas aus den Fingern und der Tastatur zu saugen, denn es passiert ja nicht wirklich was: 1.244 (oder 1.242, es sollen zwei SPDler fehlen) geben, alphabetisch aufgerufen, ihre Stimme ab.

Aber so ist’s Business: Hauptsache, online steht irgendwas ;-(

13.32 Uhr: Der erste Wahlgang ist beendet.

MAHLZEIT!