Von Filterblasen und Cybermobbing

Hass im Internet ist weit verbreitet, die Abwertung anderer Menschen wird an virtuellen Stammtischen zelebriert, People of Color werden online gemobbt, Frauen* über ihr Handy gestalkt. Doch was genau sind eigentlich Cybermobbing und Hate Speech? Und gibt es einen Unterschied zwischen Echokammern und Filterblasen?

Filterblase

Du hast dich immer schon gewundert, warum du und deine Freund*in bei gleicher Suchabfrage unterschiedliche Ergebnisse bekommt? Google und andere Suchmaschinen speichern alle Seiten, die du im Netz aufrufst und alle Suchbegriffe, die du eingibst. Dein Alter und dein Geschlecht können automatisiert schnell ermittelt werden. Die Kombination aus diesen Informationen ergibt ein ziemlich genaues Profil von dir. Und für dieses Profil konfigurieren die Suchmaschinen dir individuelle Ergebnisse. Die Informationen, die dir so ausgespielt werden, entsprechen dann deinen bisherigen Ansichten, Bedürfnissen und Vorlieben. Das, was du immer schon gedacht hast, wird bestärkt, andere Meinungen, andere Themen, andere Ideen siehst du wenig bis gar nicht. Das fällt – du bewegst dich also nur noch in deiner Filterbubble und nimmst nur noch wahr, was deiner Meinung entspricht.

Echokammer

Wie im analogen Leben bist du auch online gerne mit Leuten zusammen, die denken und handeln wie du. Deine Ansichten werden geliket und geteilt, du bekommst viele Freundschaftsanfragen von Leuten, die ähnlich drauf sind. Das liegt daran, dass Algorithmen bei Facebook und Co. Deine Inhalte mit den von Gleichgesinnten vergleichen und zusammenbringen. Das kann unterstützend sein, doch wenn es um Hass und Fakenews geht, wird die gleiche Gesinnung problematisch. Denn in einer Echokammer werden diese Aussagen immer weiter verstärkt.

Hatespeech

Damit gemeint ist Sprache, die andere Menschen herabwürdigt. Hater*innen machen das oft fest an ethnischer Zugehörigkeit und/oder nationaler Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Geschlechtsidentität, Behinderung oder Krankheit, Einwanderungsstatus.

Hatespeech findet oft in Filterblasen oder Echokammern statt, also in Räumen, in denen es meist nur eine Sicht auf die Welt gibt. Vor allem im rechtsextremen Spektrum ist Hatespeech weit verbreitet.

Cybermobbing

Auch Internetmobbing, Cyber-Bullying oder Cyberstalking genannt. Menschen werden online absichtlich belästigt, beleidigt, verleumdet, bedrängt, genötigt. Gemobbt bzw. gestalkt wird in Chatrooms, Messengerdiensten, sozialen Medien, aber auch per Mobiltelefon. Dazu gehört auch der Diebstahl von (virtuellen) Identitäten, um in fremden Namen Beleidigungen auszustoßen oder Geschäfte zu tätigen usw. Cybermobbing ist i.d.R. durch ein Machtungleichgewicht gekennzeichnet, die gemobbte Person kann sich kaum oder gar nicht zur Wehr setzen. Oft stammt die/der Angreifer*in aus dem näheren Umfeld der betroffenen Person.

Was kannst du tun?

Kontern: für alle gegen Hatespeech

Anzeige erstatten in jeder Polizeiwache und online

Vorfall melden bei Internetmeldestelle, Demokratiezentrum, Hate Aid, Hass melden, Jugendschutz

Zum Weiterlesen

Was sagt das Gesetz? (klicksafe.de)
Hate Speech (klicksafe.de)
Was ist Hate Speech? (Amadeu-Antonio-Stiftung)
Hass ist keine Meinung (no-hate-speech.de)
Hate Aid – Beratungsstelle für Betroffene digitaler Gewalt
Cyber-Mobbing: Was ist das? (klicksafe.de)
Stalking, Hass, Kontrolle – Digitale Gewalt erkennen und beenden (Digitalcourage)
Zerfällt unsere Gesellschaft in Echokammern und Filterblasen? (Brennpunkt Welt)

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst in der FCZB-Serie #SchnellErklärt