Jonathan schaute seinem Sohn genervt zu. Warum musste der Kleine ausgerechnet heute in voller Mo tur durch die Pfützen hopsen? Sie waren eh schon zu spät, und jetzt müsste er den Junior erst noch umziehen, bevor er ihn ins Auto verfrachten könnte.
Jonathan hatte sich nur ungerne auf den Deal mit heike eingelassen, seinen Sohn wochenweise zu sich zu nehmen. Der einzige Vorteil be diesem Wechselmodell war doch nur, dass er seiner künftigen Exfrau keinen Kindesunterhalt mehr zahlen müsste.
Aber dafür musste er jetzt jede zweite Woche früh aufstehen, ds Kind wecken, anziehen, frühstück mache, sich das Jammern anhören: „Ih, Papa, ich mag diesen Käse nicht. Mama liegt immer Paprika in die Brotbox. Ich will den kakao mitnehmen. Mama sagt … Har, Mama hier, Mama da.“
Jeden Morgen hatte der Fratz ein anderes Problem. Dabei hatte er, Jonathan selbst, doch genug zu tun. Vor allem, pünktlich, sauber und gut gekleidet im Geschäft auflaufen.
Das klappte in den Kindwochen leider nicht immer. „Herr Deschmann, Sie haben einen Fleck auf der Krawatte“, hatte ihn die Sekretärin ermahnt. „Herr Deschmann, unser Meeting hat um neun Uhr begonnen, nicht um neun Uhr drei“, war er vom Filialleiter angeraunzt worden.
Jonathan seufzte und sucht in der Kleidertasche seines Sohnes nach einer sauberen und trockenen Hose. „Los, Knirps, umziehen, wir müssen los“, Der Junge hörte gar nicht hin und hopste weiter vergnügt durch die Pfützen.
„He, hallo, komm jetzt, ich muss ins Büro“.
Der Fünfjährige drehte sich um und grinste seinen Vater an. „Nee, komm du doch. Trau dich. Bitte, Paapaa!“
Jonathan schluckte. Musste er seinem Sohn das durchgehen lassen? Er holte tief Luft, kniff die Augen zu, rannte los und sprang mit Anlauf in die Pfütze neben seinen Sohn.
Foto: Kenny Eliason/Unsplash
(10-Minuten-Geschichten nach einer Idee von Christine Kämmer / Adventskalenderschreiben)
Jonathan schaute seinem Sohn genervt zu. Warum musste der Kleine ausgerechnet heute in voller Mo tur durch die Pfützen hopsen? Sie waren eh schon zu spät, und jetzt müsste er den Junior erst noch umziehen, bevor er ihn ins Auto verfrachten könnte.
Jonathan hatte sich nur ungerne auf den Deal mit heike eingelassen, seinen Sohn wochenweise zu sich zu nehmen. Der einzige Vorteil be diesem Wechselmodell war doch nur, dass er seiner künftigen Exfrau keinen Kindesunterhalt mehr zahlen müsste.
Aber dafür musste er jetzt jede zweite Woche früh aufstehen, ds Kind wecken, anziehen, frühstück mache, sich das Jammern anhören: „Ih, Papa, ich mag diesen Käse nicht. Mama liegt immer Paprika in die Brotbox. Ich will den kakao mitnehmen. Mama sagt … Har, Mama hier, Mama da.“
Jeden Morgen hatte der Fratz ein anderes Problem. Dabei hatte er, Jonathan selbst, doch genug zu tun. Vor allem, pünktlich, sauber und gut gekleidet im Geschäft auflaufen.
Das klappte in den Kindwochen leider nicht immer. „Herr Deschmann, Sie haben einen Fleck auf der Krawatte“, hatte ihn die Sekretärin ermahnt. „Herr Deschmann, unser Meeting hat um neun Uhr begonnen, nicht um neun Uhr drei“, war er vom Filialleiter angeraunzt worden.
Jonathan seufzte und sucht in der Kleidertasche seines Sohnes nach einer sauberen und trockenen Hose. „Los, Knirps, umziehen, wir müssen los“, Der Junge hörte gar nicht hin und hopste weiter vergnügt durch die Pfützen.
„He, hallo, komm jetzt, ich muss ins Büro“.
Der Fünfjährige drehte sich um und grinste seinen Vater an. „Nee, komm du doch. Trau dich. Bitte, Paapaa!“
Jonathan schluckte. Musste er seinem Sohn das durchgehen lassen? Er holte tief Luft, kniff die Augen zu, rannte los und sprang mit Anlauf in die Pfütze neben seinen Sohn.
Foto: Kenny Eliason/Unsplash
(10-Minuten-Geschichten nach einer Idee von Christine Kämmer / Adventskalenderschreiben)